Freiwillige Feuerwehr Beerfelden beweist Leistungsfähigkeit

Foto: Die Drehleiter war ein zentrales Rettungsmittel bei der Übung.

Bei der Hauptübung im Bürgerhaus werden 14 Personen gerettet

Am Samstag, 17. Oktober 2026, wurde die Freiwillige Feuerwehr Beerfelden um 15 Uhr zu einer groß angelegten Übung am Bürgerhaus auf dem Marktplatz alarmiert. Das angenommene Szenario: Ein Brand im Singsaal hatte sich auf das Gebäude ausgebreitet. Zahlreiche Einsatzkräfte, Vertreter des Brandschutzaufsichtsdienstes des Odenwaldkreises sowie politische Mandatsträger und interessierte Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Übung.

Nach der ersten Erkundung durch Einsatzleiter und Wehrführer Marc Gärtner zeigte sich schnell, wie anspruchsvoll die Lage war. Im Bürgerhaus fand eine Veranstaltung auf allen drei Stockwerken statt. Wie viele Menschen sich noch im Gebäude befanden, war zunächst unklar. Da zum Zeitpunkt der angenommenen Brandausbreitung viele Türen offenstanden, hatte sich Rauch über alle drei Stockwerke verteilt. Bereits beim Eintreffen der Feuerwehr waren Hilferufe vom Balkon und aus dem ersten Obergeschoss zu hören.

Um möglichst viele Menschen gleichzeitig retten zu können, gingen mehrere Atemschutztrupps parallel vor: Ein Trupp nutzte die Drehleiter, ein weiterer die Steckleiter und ein dritter die dreiteilige Schiebleiter. Ein zusätzlicher Trupp arbeitete sich im Erdgeschoss zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor. Auch eine Person musste aus dem Personenaufzug gerettet werden.

Für die Wasserversorgung verlegten die Einsatzkräfte eine lange Schlauchleitung von der Geißgasse in Richtung Marktplatz. Die geretteten Personen wurden anschließend an die DRK-Bereitschaft Beerfelden zur medizinischen Versorgung übergeben. Aufgrund der angenommenen Zahl an Betroffenen wurde das medizinische Einsatzstichwort auf „Massenanfall von Verletzten 20“ erhöht. Im Ernstfall würde dies die Nachforderung weiterer Rettungsmittel für bis zu 20 Verletzte bedeuten.

Insgesamt rettete die Feuerwehr fünf Personen über die Drehleiter, eine über die Steckleiter und eine weitere über die dreiteilige Schiebleiter. Sieben Menschen wurden über den Haupteingang im Erdgeschoss ins Freie gebracht – insgesamt also 14 Personen. Wegen der engen Bebauung wurde außerdem eine Drohne eingesetzt, um das Gebäude und eine mögliche Brandausbreitung im Blick zu behalten.

Bei der anschließenden Übungsnachbesprechung lobte Kreisbrandmeister Christoph Lepczyk insbesondere die Beteiligung von 48 Einsatzkräften und die damit unter Beweis gestellte Leistungsfähigkeit der Feuerwehr. Stadtbrandinspektor Patrick Wrba schloss sich dem Lob an und betonte die zentrale Bedeutung der Feuerwehr Beerfelden für den Brandschutz in der Stadt Oberzent.

Wehrführer Marc Gärtner dankte der DRK-Bereitschaft Beerfelden für die Teilnahme, die gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Üben. Ebenso bedankte er sich bei der Stadt Oberzent, die das Bürgerhaus als Übungsobjekt zur Verfügung gestellt hatte.

Auch der Feuerwehrnachwuchs stellte sein Können unter Beweis: Bereits um 14 Uhr hatte die Jugendfeuerwehr an der Evangelischen Kindertagesstätte und am Gemeindehaus in der Gabelsbergerstraße geübt. Dort standen ebenfalls ein angenommenes Brandereignis, die Brandbekämpfung und die Menschenrettung auf dem Programm. Die Jugendlichen bewältigten ihre Aufgaben ebenso engagiert wie die aktiven Einsatzkräfte. Laura Münch von der Kreisjugendfeuerwehr und Jugendfeuerwehrwartin Lara Scheuermann würdigten die gute Arbeit des Nachwuchses. Lara Scheuermann dankte zudem Uwe Breitinger als Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde Beerfelden für die Bereitstellung des Übungsobjekts.

Zurück zum Blog